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Der Kanton möchte sicherstellen, dass die Entwicklung des zentral gelegenen und ­hervorragend erschlossenen Rosental Mitte im Sinne des Kantons, der Stadt und der Wirtschaft erfolgt. Der Kanton möchte durch den Kauf die Öffnung des Areals und die Integration in die Stadt ermöglichen.

Rosental Mitte hat sich bereits in der Vergangenheit dem Strukturwandel angepasst und wandelte sich immer mehr von einem produktionsorientierten Industrieareal zu einem Verwaltungs- und Forschungsstandort. Im Fokus des Nutzungskonzepts stehen hochwertige Arbeitsflächen für wertschöpfungsintensive Branchen und Funktionen wie Headquarters, hochwertige Unternehmensdienstleistungen sowie Forschung, die auf eine zentrale, gut erreichbare, sichtbare Lage und ein attraktives Arbeitsumfeld angewiesen sind. Der Kanton möchte dabei sowohl bestehende Unternehmen und Bildungsinstitutionen auf dem Areal halten als auch Flächenangebote für die Ansiedlung von neuen Firmen und Institutionen schaffen. Das städtebauliche Leitbild sieht Potenzial für 3000–5000 zusätzliche Arbeitsplätze zu den heute vorhandenen 3500 Arbeitsplätzen vor. Ob das Potenzial erreicht wird, ist abhängig von der künftigen Marktnachfrage.

Rosental Mitte soll nicht nur Arbeiten, sondern sämtliche Bedürfnisse der Bevölkerung abdecken und darum auch ein attraktives Wohnquartier, ein Ort mit Lebensqualität werden. Ein differenziertes Wohnangebot mit Potenzial für 1100–2200 EinwohnerInnen umfasst Flächen in unterschiedlichen Preissegmenten, die für eine soziale Durchmischung sorgen werden. Mindestens ein Drittel der realisierten Wohnfläche soll im preisgünstigen Bereich liegen. Läden, Restaurants, Cafés, Freizeit- und Sporteinrichtungen bieten sich für soziale Begegnungen an und beleben die neu geöffneten Wege und Grünräume. Das städtische Leben spielt sich aber nicht nur am Boden ab, sondern auch auf einzelnen Dächern. Schliesslich tragen auch Flächen für Gewerbe und Kultur zum städtischen Charakter des neuen Orts bei.

Die Öffnung des Areals hängt von verschiedenen technischen und rechtlichen Faktoren ab und kann heute noch nicht zeitlich festgesetzt werden. Sie muss sorgfältig unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Bedürfnisse der bestehenden Mieter und der Nachbarn erfolgen. Es laufen aktuell verschiedene Untersuchungen dazu sowie Gespräche mit den Mietern. Klar ist, dass die Öffnung von aussen nach innen in mehreren Etappen erfolgen wird. Erste Teilöffnungen sind ab 2021 möglich.

Rosental Mitte wird im kantonalen Richtplan als «Schwerpunkt Arbeiten» bezeichnet, daher stehen wirtschaftliche Nutzungen klar im Fokus. Durch die Erstellung von Wohnraum und die Ansiedlung von Dienstleistungen wird die Integration des Areals in das bestehende Rosental-Quartier gefördert, sodass ein attraktiver, durchmischter und belebter Stadtteil mit einer hohen Lebensqualität entsteht. Die Erstellung von Wohnraum soll ausserdem den Wohnungsmarkt entlasten und durch die Erweiterung des städtischen Wohnangebots den Pendlerverkehr reduzieren.

Auf dem Areal ist ein vielfältiges Wohnungsangebot geplant, das ein Potenzial für ca. 1100–2200 EinwohnerInnen umfasst. Das Angebot reicht von genossenschaftlichem Wohnen bis hin zu Wohnen in den künftigen Hochhäusern. Es werden somit Wohnungen in unterschiedlichen Preissegmenten angeboten. Ein Drittel der realisierten Wohnflächen soll im preisgünstigen Bereich umgesetzt werden.

Die langfristige, etappenweise, mehrere Jahre dauernde Transformation des Areals ermöglicht sowohl hochwertige Arbeitsflächen im Endzustand als auch günstige Arbeitsflächen in der Übergangsphase. Es besteht Interesse an beiden Angeboten. Derzeit werden einerseits Gespräche mit Mietern geführt, die bereits auf dem Areal ansässig sind und Interesse daran haben, weiterhin auf dem Areal zu bleiben und sich zu entwickeln. Des Weiteren finden auch Gespräche mit künftigen Interessenten statt. Auf dem Areal arbeiten bereits heute ca. 3500 Personen.

Das städtebauliche Konzept sieht vor, einige wertvolle Zeitzeugen zu erhalten. Andere Gebäude auf dem Areal sind in einem schlechten Zustand oder für neue, zukunftsfähige Nutzungen ungeeignet, sodass ein Ersatz wirtschaftlich sinnvoll ist. Mit Ersatzgebäuden können zeitgemässe Arbeitsflächen geschaffen werden, welche für verschiedene Branchen attraktiv und verfügbar sind.

  • Öffnung: Der heute geschlossene Firmenstandort wird ins Quartier Kleinbasel integriert. Das heute zerschnittene Rosental-Quartier wird wieder zusammengeführt.
  • Verbindungen: Durch die Öffnung entstehen neue, direkte, attraktive Verbindungen für den Fuss- und Veloverkehr, beispielsweise zwischen dem neuen Quartier Erlenmatt und dem Sandgrubenschulhaus sowie der Allgemeinen Gewerbeschule Basel.
  • Wohnraum: Neue Wohnungen auf dem Areal vergrössern das Wohnangebot der Stadt und minimieren den Pendlerverkehr.
  • Öffentliche Flächen: Die neuen öffentlichen Freiräume, Erdgeschossnutzungen und Dachflächen schaffen Begegnungsmöglichkeiten, die dem Quartier bisher fehlten.

Die Grundidee für Rosental Mitte ist in einem städtebaulichen Leitbild festge­halten, das im Januar 2020 der Öffentlichkeit präsentiert wird. Die Beteiligung der Bevölkerung erfolgt nach folgenden Grundsätzen und die Rückmeldungen werden wo möglich bei der weiteren Planung berücksichtigt:

  • Proaktive Kommunikation zu wesentlichen Planungsschritten wie z. B. Bebauungsplänen und Zonenänderungen.
  • Einbezug des Quartiers bei der Planung der Freiräume, Erdgeschossnutzungen und allfälligen quartierdienlichen Zwischennutzungen.

Es wird eine bauliche Verdichtung geben, welche Bezug auf den Bautyp, die Höhe und Materialisierung der Nachbarschaft, das Quartier und der Stadt nimmt. Es sind kleinere, mittlere und grössere Eingriffe auf dem Areal vorgesehen. Durch Investitionen in bestehende Bauten kommen neue, zeitgemässe Wirtschaftsflächen auf den Markt. Mittel- bis langfristig sollen u. a. Hochhäuser mit einem noch zu definierenden Nutzungsmix entstehen.

Um Rosental Mitte gesamthaft zu öffnen, bedarf es baulicher Anpassungen an Bauten und Infrastrukturen. Zwischennutzungen von zum Abbruch vorgesehenen Gebäuden sind möglich, allerdings vorwiegend im geschlossenen Arealteil. Weitere Möglichkeiten werden geprüft. Falls möglich wird angestrebt, in bestehenden Gebäuden Firmen mit zukünftigen Entwicklungsabsichten im Rosental Mitte anzusiedeln.

Die Entwicklung von Arbeitsplätzen kann zu erhöhtem Verkehrsaufkommen führen. Erste Studien haben gezeigt, dass die Leistungsfähigkeit des bestehenden Strassennetzes auch bei einer baulichen Verdichtung gewährleistet werden kann. Das bestehende Quartier soll jedoch nur minimal vom zusätzlichen Verkehr beeinträchtigt werden.

Rosental Mitte soll im Endzustand nur wenig oberirdischen Verkehr aufweisen, die Parkierung soll weitgehend unterirdisch erfolgen. Die definitive Anzahl an Parkplätzen soll unter Berücksichtigung der definitiven Nutzungen und Bedürfnisse möglichst gering gehalten werden. Es ist zugunsten eines attraktiven Umfelds zu prüfen, ob der Ersatz von oberirdischen Parkplätzen im Quartier durch ein Quartierparking auf dem Areal Rosental Mitte Vorteile bringen könnte.

Rosental Mitte wird in Teilschritten laufend weiterentwickelt, jedoch ist eine ­gesamtheitliche Betrachtung zwingende Voraussetzung für das weitere ­Vorgehen. Die Zeitschiene hängt von vielen Faktoren ab, u. a. von der Nachfrage nach Wirtschaftsflächen.

Voraussichtlich ab Herbst 2020 sollen im nördlichen Teil erste Rückbauten erfolgen, um das Areal für die künftige Nutzung vorzubereiten. Parallel dazu werden Gespräche mit Firmen geführt, die Interesse daran haben, auf das Areal zu ziehen und dort zu investieren. Bei lärmintensiven Rückbauten wird vorgängig die umliegende Quartierbevölkerung informiert werden.

Für nicht zonenkonforme Bauten und Nutzungen werden künftig Bebauungspläne festgelegt, die auf dem städtebaulichen Leitbild basieren und sich an den Ergebnissen künftiger städtebaulicher und architektonischer Varianzverfahren orientieren. Durch die schrittweise Arealöffnung und Realisierung können Erkenntnisse aus früheren Baufeldern bei der künftigen Entwicklung berücksichtigt werden.

Ein Grundlagenbericht über die Altlastensituation wurde im Januar 2017 abgeschlossen. Es erfolgen aktuell weitere Untersuchungsmassnahmen des Untergrunds. Eine langjährige Grundwasserüberwachung hat für den heutigen Zustand keine Gefährdung identifiziert und wurde eingestellt. Bei den Baumassnahmen wird der Zustand jedoch verändert. Es ist mit belastetem Aushubmaterial sowie einer Wasserhaltung und erneuter Grundwasserüberwachung während der Bauzeit zu rechnen. Der Kanton übernimmt die Kosten der Sanierungen.

Es handelt sich um eine komplexe Transformation eines Areals im Betrieb. Das städtebauliche Konzept für das Areal wurde bis 2018 erarbeitet und 2019 nach dem Erwerb des Syngenta-Areals erweitert.

Historische Wohnhäuser an der Maulbeerstrasse und der Rosentalstrasse werden wieder einer Wohnnutzung zugeführt. Ein weiteres Gebäude in der Arealmitte weist im Erdgeschoss Potenzial für Nutzungen wie Restaurants oder Cafés auf. Viele der identitätsstiftenden Bestandesbauten sollen auch weiterhin mittel- bis langfristig erhalten bleiben. Beispielsweise wäre nach einer allfälligen Stillverlegung des IWB-Heizkraftwerks an der Maulbeerstrass eine Umnutzung des Gebäudes in einen Kultur- und Veranstaltungsraum denkbar.

Mit kleineren und grösseren Eingriffen sollen die bestehenden industriellen Strassenräume des Areals Schritt für Schritt geöffnet und durch neue Plätze und andere Grünanlagen ergänzt werden. Die neuen Freiflächen schaffen Begegnungsmöglichkeiten und Grünflächen. Die Wiederherstellung der historischen Achsen sorgt dafür, dass das Wegenetz sich optimal ins bestehende Quartier einfügt.