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Mit dem Erwerb des traditionellen Industrieareals sicherte sich die Einwohnergemeinde der Stadt Basel grossflächiges Potential zur Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Basel. Rosental Mitte steht für die Transformation vom Produktionsstandort zum Wirtschaftsareal und integralen Stadtteil, in dem gearbeitet, aber auch gewohnt werden kann.

Im Fokus des Nutzungskonzepts stehen hochwertige Arbeitsflächen für wertschöpfungsintensive Branchen und Funktionen wie Headquarters, diverse Unternehmensdienstleistungen sowie Forschung. Nutzungen, die auf eine zentrale, gut erreichbare, sichtbare Lage sowie ein attraktives Arbeitsumfeld angewiesen sind. Rosental Mitte gehört dabei zur Innovationsachse Basel Nord, welche auch den Stücki-Science Park und in Zukunft auch das Areal klybeckplus umfassen. Gleichzeitigbietet Rosental Mitte auch günstigere, zeitlich befristete Flächen an.

Der Kanton möchte dabei sowohl bestehende Unternehmen und Bildungsinstitutionen auf dem Areal halten als auch Flächenangebote für die Ansiedlung von neuen Firmen und Institutionen schaffen. Das städtebauliche Leitbild
sieht Potential für 3’000 bis 5’000 zusätzliche Arbeitsplätze zu den heute vorhandenen 3’500 Arbeitsplätzen vor. Ob das Potential erreicht wird, ist abhängig von der künftigen Marktnachfrage. Rosental Mitte soll nicht nur Arbeiten, sondern sämtliche Bedürfnisse der Bevölkerung abdecken und darum auch ein attraktives Wohnquartier, ein Ort mit Lebensqualität werden.Läden, Restaurants, Cafés, Freizeit- und Sporteinrichtungen sollen Raum für soziale Begegnungen bieten und die neu geöffneten Wege und Grünräume beleben.

Die Öffnung verläuft in mehreren Etappen. Die erste Teilöffnung erfolgt im Sommer 2022. Der bestehende Arealzaun wird versetzt und damit kann die Sandgrubenstrasse mit der Riehenteichstrasse verbunden werden und einen öffentlichen Begegnungsplatz bilden. Eine weitere Teilöffnung erfolgt mit der Eröffnung des so genannten Haus 6. Grundsätzlich hängt die Öffnung des Areals von verschiedenen technischen und rechtlichen
Faktoren ab. Die Öffnung muss sorgfältig und schrittweise unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Bedürfnisse der bestehenden Mieter sowie der Nachbarn erfolgen. Aber auch Fragen zu Erschliessung und Logistik müssen im städtischen Kontext gelöst werden.

Das Rosental Mitte wird im kantonalen Richtplan als «Schwerpunkt Arbeiten» bezeichnet, daher stehen wirtschaftliche Nutzungen klar im Fokus. Durch die Erstellung von Wohnraum und Ansiedlung von Dienstleistungen wird die Integration des Areals in das bestehende Rosental-Quartier gefördert, sodass ein attraktiver, durchmischter und belebter Stadtteil mit einer hohen Lebensqualität entsteht. Durch die Erweiterung des städtischen Wohnangebots soll auch der Pendlerverkehr reduziert werden.

Auf dem Areal ist ein vielfältiges Wohnungsangebot geplant, das ein Potential für ca. 1’100 bis 2’200 EinwohnerInnen umfasst. Es werden somit Wohnungen in unterschiedlichen Preissegmenten angeboten, ein Drittel der realisierten Wohnflächen soll im preisgünstigen Bereich umgesetzt werden.

Der Bestand wird geprüft und diverse wertvolle Zeitzeugen sollen erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt werden.
Andere Gebäude auf dem Areal sind in einem schlechten Zustand, oder für neue zukunftsfähige Nutzungen ungeeignet, so dass ein Ersatz dieser wirtschaftlich sinnvoll ist. Mit Ersatzgebäuden können zeitgemässe Arbeitsflächen geschaffen werden, welche für verschiedene Branchen attraktiv und verfügbar sind.

Die Rückbauarbeiten starten ca. Ende Mai / Anfang Juni 2022. Bei der ersten grösseren Rückbauetappe handelt es sich um das Baufeld A. Auf dem Perimeter des Baufelds A sind das Haus 6 und auch der künftige Rosentalplatz, sowie weitere Bauten und technische Infrastrukturflächen im Untergrund für ein Energieverbundnetz vorgesehen. Damit das Haus 6 erstellt werden kann, müssen die bislang als Labor- und Nebengebäude genutzten Liegenschaften 1038, 1030, 1037, 1065 rückgebaut werden. Bei den Rückbauarbeiten sind Lärm-und Staubemissionen kaum zu vermeiden. Es wird das Möglichste unternommen, um die Emissionen möglichst gering zu halten. Der Rückbau dauert bis ca. 2024/2025. Danach beginnt der Neubau des Haus 6. Künftig wird das Haus 6 ca.14’000m2 Nutzfläche umfassen und im Erdgeschoss öffentliche Nutzungen wie ein Café oder Läden beherbergen.

Das Haus 6 wird der erste Neubau auf dem Areal sein. Das Architekturbüro Karamuk Kuo Architekten und HSSP haben mit dem Projekt «PETRI» den dazu ausgelobten Projektwettbewerb gewonnen. Das künftige, kompakte Gebäude soll als Holz-Beton-Hybridbau umgesetzt werden. Das Gebäude ist eine Eigeninvestition im Finanzvermögen der Einwohnergemeinde der Stadt Basel. Die Hauptmieterin wird die Universität Basel mit der Abteilung Chemie sein. Die restlichen Flächen werden an weitere Firmen vermietet. Die Planung hat im Januar 2022 begonnen.

Ja, künftig sollen auch ganze Baufelder im Baurecht zur Entwicklung durch Private angeboten werden können.

Die Arealentwicklung bedingt Vorleistungen, welche vom Regierungsrat laufend genehmigt werden. Durch die Arealentwicklung werden die bisherigen
Arbeitsplätzen gehalten und neue Arbeitsplätze geschaffen. Es werden Zusätzliche Miet-/ Steuereinnahmen und zukünftig auch Baurechtszinsen generiert. Rosental Mitte ist im Finanzvermögen des Kantons. Dieses dient dem Kanton als Finanzanlage. Es wird die Erzielung einer angemessenen Rendite unter Berücksichtigung der politischen Zielvorgaben und der allgemeinen Wohlfahrt angestrebt.

Durch die schrittweise Öffnung entstehen neue, direkte, attraktive und verkehrssichere Verbindungen für den Fuss- und Veloverkehr, beispielsweise zwischen dem Quartier Erlenmatt und dem Sandgrubenschulhaus sowie der Allgemeinen Gewerbeschule Basel. Das heute zerschnittene Rosental-Quartier wird wieder zusammengeführt. Neue Wohnungen vergrössern zudem das Wohnangebot der Stadt und helfen mit, den Pendlerverkehr zu reduzieren. Durch neue öffentliche Freiräume, Erdgeschossnutzungen und Dachflächen werden Begegnungsmöglichkeiten geschaffen, die dem Quartier heute fehlen.

Die Grundidee für Rosental Mitte wurde in einem städtebaulichen Leitbild festgehalten, das im Januar 2020 der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Die Beteiligung der Bevölkerung erfolgt durch eine proaktive Kommunikation zu wesentlichen Planungsschritten wie z. B. bei Bebauungsplänen und Zonenänderungen. Das Quartier wird bei der Planung der Freiräume, Erdgeschossnutzungen und allfälligen quartierdienlichen Zwischennutzungen einbezogen. Die Rückmeldungen werden, wo möglich, bei der weiteren Planung berücksichtigt.

Es wird eine gewisse bauliche Verdichtung angestrebt, welche Bezug auf den Bautyp, die Höhe und Materialisierung der Nachbarschaft, das Quartier und der Stadt nimmt. Es sind kleinere, mittlere und grössere Eingriffe auf dem Areal vorgesehen. Durch Investitionen in bestehende Bauten kommen neue, zeitgemässe Wirtschaftsflächen auf den Markt. Mittel- bis langfristig sollen u.a. Hochhäuser mit einem noch zu definierenden Nutzungsmix entstehen.

Rosental Mitte ist zentral gelegen und hervorragend an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Mit dem Herzstück wird sich dies mittel- bis langfristig sogar noch verbessern. Ziel ist es daher, ein Grossteil des künftigen Verkehrs über den ÖV und den Langsamverkehr LV (Velo / Fussgänger) abzuwickeln. Die Verdichtung wird jedoch trotzdem auch ein gewisses Mass an Mehrverkehr beim Autoverkehr (motorisierter Individualverkehr MIV) generieren. Da Rosental Mitte im Endzustand nur wenig oberirdischen MIV aufweisen soll, soll die Parkierung weitgehend unterirdisch erfolgen. Erste Studien haben gezeigt, dass die Leistungsfähigkeit des bestehenden Strassennetzes trotz der baulichen Verdichtung gewährleistet werden kann.

Rosental Mitte wird zwar in Teilschritten laufend weiterentwickelt, eine gesamtheitliche Betrachtung ist aber die zwingende Voraussetzung für das weitere Vorgehen. Die Zeitschiene für die Entwicklung hängt von vielen Faktoren ab, u. a. von der Nachfrage nach Wirtschaftsflächen, aber vor allem auch von planungsrechtlichen und verkehrstechnischen Fragestellungen. Für heute nicht zonenkonforme Bauten und Nutzungen sollen künftig Bebauungspläne erwirkt werden, die auf dem städtebaulichen Leitbild basieren und sich an den Ergebnissen künftiger städtebaulicher und architektonischer Varianzverfahren orientieren.

Die Untersuchung über die Altlastensituation wurde im Januar 2017 abgeschlossen. Es erfolgen aktuell weitere Untersuchungsmassnahmen des Untergrunds. Eine langjährige Grundwasserüberwachung hat für den heutigen Zustand bisher keine Gefährdung identifiziert. Diese Überwachung wird im Zusammenhang mit den neuen Rückbau- und Neubauprojekten weiter fortgeführt, da mit kontaminiertem Aushubmaterial zu rechnen ist. Auf der Website rosentalmitte.ch werden im Rahmen des Rückbaus Baufeld A und Neubau Haus 6 weitere Informationen zu finden sein.

Historische Wohnhäuser an der Maulbeerstrasse und Rosentalstrasse werden wieder einer Wohnnutzung zugeführt und dazu im Baurecht an Genossenschaften abgegeben. Die Bildung von Baurechtsparzellen erfordert eine Abparzellierung. Die Prozesse wurden angestossen und das Abgabeverfahren kann vermutlich ab Ende 2022 starten. Das Gebäude 1080 in der Arealmitte weist im Erdgeschoss Potential für Nutzungen wie Restaurants oder Cafés auf. Viele der identitätsstiftenden Bestandesbauten sollen auch weiterhin mittel- bis langfristig erhalten bleiben. Beispielsweise wäre nach einer allfälligen Stillverlegung des IWB-Heizkraftwerks an der Maulbeerstrasse eine Umnutzung des Gebäudes in einen Kultur- und Veranstaltungsraum denkbar.

Mit kleineren und grösseren Eingriffen sollen die bestehenden industriellen Strassenräume des Areals Schritt für Schritt geöffnet und durch neue Plätze und andere Grünanlagen ergänzt werden. Die neuen Freiflächen schaffen Begegnungsmöglichkeiten und Grünflächen. Die Wiederherstellung der historischen Achsen sorgt dafür, dass das Wegenetz sich optimal ins bestehende Quartier einfügt.